Spełniając prośbę naszych Czytelników, którzy chcieliby przekazać Niemcom inne poglądy, a nie tylko te, którymi obficie dzielą się z nimi donosiciele z gazety Michnika, publikujemy niemiecką wersję tekstu Piotra Cywińskiego „Szanowni, niemieccy politycy i dziennikarze, jesteście ostatnimi, którzy mogliby pouczać nas, Polaków, o demokracji”.

Tłumaczenia tekstu dokonał autor.

Die Deutschen lieben Polen! Sie lieben uns so sehr, dass es praktisch keinen Tag gibt, an welchem ihre Medien nicht das Thema unseres Landes ansprechen. Mit großer Sorge, natürlich: wie es uns ergeht, welche Gefahren auf uns lauern, was und wen wir meiden sollten, und wem die Macht weggenommen und anvertraut werden sollte. Weil wir, leider, Fehler begehen, die uns ins Verderben bringen könnten, eigentlich bereits führen, weshalb das uns liebende Deutschland nicht schweigen kann…

Ich werde keine Beispiele für diese „Besorgnis“ zitieren, dies wird jeden Tag von der „Gazeta Wyborcza“ oder dem Fernsehsender TVN24 erledigt, in dem z.B. während eines kürzlich ausgestrahlten Gesprächs mit Ministerpräsidentin Beata Szydlo auf die Besorgnis des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ der Bezug genommen wurde, das sich wiederum mit der Besorgnis der Bundeskanzlerin Angela Merkel beschäftigte, in welche Richtung unser Land schreite. Und es sei angeblich schlecht. Der Neonazismus verbreite sich bei uns, ebenso wie Feindseligkeit gegenüber Fremden, die Verfassung werde verletzt, die Demokratie und der Zusammenhalt der EU seien bedroht, was auch den deutschen Leiter des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, besorgt.

Selbstverständlich, die Deutschen wissen am besten, was gut für uns ist und was nicht… Das Schlechte ist Recht und Gerechtigkeit (PIS), das Gute - alle Gegner der Partei. Deshalb unterstützen sie das Komitee zur Verteidigung der Demokratie, eine deutsche KOD-Mutation, das am vergangenen Wochenende vor der polnischen Botschaft in Berlin mit dem Slogan manifestierte: „Wir fordern die Verkürzung der Amtszeit von diesem Sejm“…

„Diesem“, das heißt, demjenigen von PiS. Ich muss hier zugestehen, dass mich die multimediale Desinformationskampagne in Deutschland erstaunt, die Arroganz, die übrigens in der deutschen Sprache ihre eigene Bedeutung hat: „Besserwisserei“ - die Tendenz, andere zu belehren, was auch über die Grenzen Deutschlands bekannt ist. Umso erstaunlicher ist, dass es sich um eine offenkundige Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes handelt.

Ich schlage deshalb vor, dass das polnische Komitee - KOD, und falls es nicht will, dann die wirklich über die Demokratie besorgten Menschen, eine Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit vor der deutschen Botschaft in Warschau initiieren. Im Gegensatz zu dem politischen Kampf des Komitees zur Verteidigung der Demokratie mit der demokratisch gewählten polnischen Regierung in Berlin, wäre die Demonstration in Warschau voll und ganz gerechtfertigt, angesichts hunderter Brandanschläge auf Flüchtlingsheime in der gesamten Republik, Angriffe auf Züge und Busse mit Immigranten, und Straßenjagden von deutschen Neonazis auf Asylsuchende.

Eine andere Sache: zeigt mir einen deutschen Politiker oder eine Redaktion, die in Warschau Demonstrationen gegen die eigene Regierung organisiert hat … mir kommt keiner/keine in den Sinn. Was Erscheinungen des Hasses gegenüber Fremden angeht, brauche ich keine große Mühe, um an tragische Beschreibungen zu gelangen – Interessierte verweise ich z.B. auf eine der letzten „Bild“-Ausgaben, genauer den Bericht mit dem Titel „Woche der rechten Gewalt in Deutschland“ .

Dieser beinhaltet alles, von mit Hakenkreuzen beschmierten Wänden, über Angriffe auf Kinder von Asylsuchenden, bis hin zu Brandstiftungen in ihren Häusern und Herbergen. Von Letzteren gab es nur in der vergangenen Woche über ein Dutzend, was die Evakuierung mehrerer Flüchtlinge erzwang. Glücklicherweise wurde dieses Mal niemand getötet, „lediglich“ zwei Opfer, die durch Angriffe von Neonazis mit Messern und Stöcken verletzt ins Krankenhaus gebracht wurden…

In 2015 stieg die Anzahl von Aggressionen gegenüber Fremden in Deutschland um das Vierfache – eignet sich dieses Phänomen nicht für Proteste von Verteidigern der Demokratie vor der deutschen Botschaft in Warschau und für eine Debatte über die Situation in Deutschland im Rahmen des Europäischen Parlaments…?

A propos Demokratie: wer gab den Deutschen überhaupt das Recht, uns, Polen, in dieser Hinsicht zu unterrichten? Als in unserem Land die erste Verfassung in Europa und zweite weltweit nach den USA entstand, gab es den deutschen Staat als ein zusammenhängendes Gebilde nicht. Es gab miteinander kämpfende Fürstentümer, darunter das Königreich Preußen, das die in Polen bereits existierende „goldene Freiheit“ ausnutzte, um als einer der drei Okkupanten weite Teile unseres Landes zu erobern…

Wiederum dank uns und unserer Liebe zur Freiheit und Demokratie, oder genauer gesagt, dank der „Solidarność“ leben heute die Bürgerinnen und Bürger der beiden deutschen Republiken wieder in einem vereinten Land. Was viele nicht wissen, vergessen, oder nicht in Erinnerung haben wollen, Deutschland ist de facto eines der jüngsten Staaten Europas, gebildet erst im neunzehnten Jahrhundert durch den Deutschen Bund, später durch das hegemoniale Deutsche Reich und das Dritte Reich mit dem weltbekannten Slogan: „Ein Volk, Ein Reich, Ein Führer!“, was gerade mit der Demokratie nichts zu tun hatte. Eigentlich wurde das demokratische System (die Weimarer Republik ausgenommen) mit der heutigen deutschen föderalen Aufteilung zusammen erst nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten auf Deutschland auferlegt.

Ich wiederhole deshalb meine Frage: wer hat überhaupt den Deutschen das Recht gegeben, uns, Polen, mit einer über tausendjährigen Geschichte, mit der ältesten demokratischen Tradition in Europa und einer der ältesten in der Welt, zu belehren? Noch klarer ausgedrückt, die Demokratie funktionierte in Polen auch dann, als die Deutschen mit ihrer fanatischen Anbetung des Führers sich ihren „Lebensraum“ zu erweitern versuchten … Ich weiß nicht, ob die deutschen Politiker und Publizisten das Geschichtsunterricht geschwänzt haben, aber ich persönlich verbitte mir derartige ex cathedra Belehrungen. Ich hoffe auch, dass sich ein polnischer Politiker dazu bewegen wird, um unseren Freunden jenseits der Oder diese anscheinend notwendige Nachhilfe „klipp und klar“ zu erteilen.

Was die entsetzlichen Berichterstattungen von Journalisten der „Gazeta Wyborcza“ über die Situation in Polen angeht, die Unterstützung in den deutschen Medien suchen, und welche zum Beispiel von „Der Zeit“ als Gastbeiträge sukzessiv veröffentlicht werden – einen der polnischen Dichter Julian Tuwim travestierend: auf diese Elemente, Schade um das Papier und die Tinte…